Während „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers ihre Moderation des Semperopernballs in Dresden abgesagt und den Vertrag mit dem Ballverein aufgelöst hat, wird Sänger Roland Kaiser, wie geplant, auftreten. Noch am Dienstag hatte Kaiser mit „Konsequenzen“ gedroht, die er „voraussichtlich ziehen werde“.

Grund für die Überlegungen war die Verleihung eines Ordens durch den Dresdner Opernballverein an Ägyptens Diktator el-Sisi. Mittlerweile hatten sich die Verantwortlichen öffentlich entschuldigt und die Verleihung als Fehler bezeichnet.

Distanziert, aber Zusage

Roland Kaiser teilte auf seiner Facebook-Seite mit: „Die Vergabe des St. Georg Ordens des Dresdner SemperOpernballs an den ägyptischen Machthaber Abdel Fattah al-Sisi widerspricht allem, wofür ich als Künstler und als Mensch stehe. Ich distanziere mich von ihr mit allergrößtem Nachdruck.“ Er habe sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht und „mit dem MDR, aber auch mit Freunden und Partnern darüber gesprochen“.

Kaiser werde den Semperopernball moderieren, „und zwar nicht trotz, sondern vielleicht gerade wegen dieses Vorfalls.“ Gemeinsam mit den Gästen auf der Bühne und im Publikum werde er beweisen, „dass das Herz des SemperOpernballs für Pluralismus, Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz, Freiheit und Demokratie schlägt.“

Respekt für Rakers Entscheidung

Die Entscheidung seiner Moderationskollegin Judith Rakers respektiere er, auch wenn er bedauere, nicht gemeinsam mit ihr auf der Bühne zu stehen. Roland Kaiser habe sich seit Monaten auf „dieses gesellschaftliche Großereignis vorbereitet und gefreut“. Er sei „außerordentlich traurig“, dass die Moderation „unter derart unglücklichen Umständen stattfinden wird“.

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