[22.12.2020] Vor dem Hintergrund der neuen, in Großbritannien festgestellten Coronavirus-Variante hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, eindringlich an die Einhaltung der Schutzmaßnahmen appelliert. Die Gefährlichkeit sei noch nicht abzuschätzen.

Das Erbgut von Viren ändere sich kontinuierlich, so Wieler. Auch die Übertragbarkeit könne sich damit verändern. Ob das bei der neuen Corona-Mutation „B.1.1.7“ der Fall ist und ob diese aufgrund des häufigeren Vorkommens auch eine höhere Infektiosität besitzt, sei noch völlig unklar.

Weihnachtsreisen auf Minimum reduzieren

Insbesondere an Weihnachten sollten Kontakte daher auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Besondere Sorge bereiten Wieler mögliche Reisen während der Feiertage. Wenn Menschen aus verschiedenen Regionen in Deutschland zusammenkommen, könnte sich das Virus weiter unkontrolliert verbreiten. So steige auch das Risiko für Veränderungen. Es liege in der Hand von uns allen, die Infektionszahlen deutlich zu senken.

Bis sich die Zahl der aktuell hohen Zahlen an Schwerkranken und Todesfällen reduziere, werde es vermutlich noch mehrere Wochen dauern, so der RKI-Chef. Wieler befürchtet, dass sich die Lage über die Feiertage noch weiter anspanne.

Dr. med. Ole Wichmann: „Keine Abstriche bei der Sicherheit“

RKI bestätigt Sicherheit der Impfung

Dr. Ole Wichmann, Bereichsleiter für Impfprävention am Robert-Koch-Institut, äußerte sich zur Sicherheit des jetzt zugelassenen Impfstoffs des Unternehmens Biontec-Pfizer. Schwerwiegende Nebenwirkungen seien nicht gehäuft aufgetreten. Einige Geimpfte klagten vor allem über Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Fieber. Das seien allerdings Symptome, die bei jeder Impfung auftreten könnten.

Trotz der vergleichsweise schnellen Zulassung seien keine Abstriche bei der Überprüfung und der Sicherheit vorgenommen worden. Man sei schnellet zu einem Impfstoff gelangt, weil viele Entwicklungsprozesse gleichzeitig und eine weltweite Zusammenarbeit stattgefunden habe. Der Impfstoff verändere keine Gene, erklärte Wichmann. Die mRNA gelange nicht in den Zellkern.

Dauer des Impfschutzes unklar

Sicher sei, dass die Impfung vor einer Covid-19-Erkrankung schütze. Noch unklar sei, ob eine Ansteckung anderer Personen verhindert werde. Auch die Dauer des Impfschutzes sei bislang unbekannt. Besonders Beachtung müsste die Wirkung der Impfung bei Menschen mit eingeschränktem Immunsystem finden, sagte Wichmann.

Wichmann erinnerte daran, dass sich auch durch die Impfung zunächst nichts an der Gesamtsituation ändern werde. Zunächst müssten die AHA + L-Regeln eingehalten werden – sowohl bei Geimpften als auch Ungeimpften. Es werde noch Monate dauern, bis die Zirkulation des Coronavirus innerhalb der Bevölkerung spürbar zurückgehe.

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