Service / Verbrauchertipp

[06.10.2021] Die Installation einer Photovoltaikanlage sollte für einen Neubau genauso dazugehören, wie der Einbau einer Heizungsanlage oder Wärmepumpe. Zu diesem Schluss kommt Wolfgang Schröder, Photovoltaikexperte, Gutachter und Autor, im Morgenmagazin von Radio Farbenspiel.

Das gelte vor allem für sogenannte Niedrigenergiehäuser. Hier könne man bereits mit einer kleinen Photovoltaikanlage ohne Speicher rund ein Drittel des Eigenenergiebedarfs decken und so die Stromkosten spürbar senken.

Bürokratie abschaffen

Den verpflichtenden Einbau von Photovoltaikanlagen bei Neubauten, wie er ab dem kommenden Jahr zum Beispiel in Baden-Württemberg greift, begrüßt Schröder. Allerdings übt er Kritik an den berokratischen Rahmenbedingungen des erneuerbaren Energiegesetzes.

Wenn die Politik eine Pflicht einführe, sollte sie zuallererst die Antragshürden abschaffen, so der Experte. “Vor 20 Jahren hatte das erneuerbare Energiegesetz einen Umfang von rund vier Seiten mit etwa 20 Paragraphen.” Heute sei das Gesetz zu einem über 100 Seiten umfassenden Werk mit ebenso vielen Paragraphen “mutiert”, sagte Wolfgang Schröder. Selbst Kleinanlagen würden reglementiert. Davon würde viele Bürgerinnen und Bürger zunächst abgeschreckt.

Eigenstrom erzeugen und sparen

Angst vor einer Photovoltaikanlage müsse niemand haben, erklärte Schröder. Die Anlagen gebe es für jeden Bedarf und für jede Fläche. Als Beispiel nannte der Experte eine Solaranlage bestehend aus 15 bis 16 Modulen mit einer Größe von rund 25 Quadratmetern. Mit einer solchen Anlagen ließen sich etwa 5.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen, von denen ohne Speicher ein Drittel als Eigenstrom für einen Vier-Personen-Haushalt nutzbar seien. Mit Speicher könne man den Eigenstromverbrauch auf 60 bis 70 Prozent steigern, sagte Wolfgang Schröder.

Förderungsprogramme

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage sind abhängig von Größe und Umfang der Einrichtung. Eine Komplettanlage für ein Einfamilienhaus inklusive Speicher liege bei rund 10.000 bis 11.000 Euro. Staatliche Förderung ist über die gesetzliche Einspeichervergütung oder Finanzierungsprogramme, wie beispielsweise die KFW möglich.

Hausbanken bieten Förderprogramme beim Einbau von Speichern an; hier gibt es, laut Wolfgang Schröder, allerdings unterschiede zwischen den Bundesländern. Auch manche Kommunen bieten Förderprogramme an. Eine indirekte Förderung sei durch Abschreibung der Anlagen möglich, die in der Regel über 20 Jahre erfolge, so der Experte.

Photovoltaikanlagen und Solartechnik: Welche Möglichkeiten gibt es? Gespräch mit Wolfgang Schröder – Sendung vom 06.10.2021

Umfangreiche Informationen zum Thema Photovoltaik, von der ersten Planung bis hin zum Einbau, finden Sie im neuen Buch von Wolfgang Schröder “Photovoltaik & Batteriespeicher”, das im Verlag der Stiftung Warentest zum Preis von 39,90 Euro erschienen ist.

One thought on “Photovoltaikanlage: So kommt Solar aufs Dach”

  1. Gut zu wissen, dass der Einbau von Photovoltaikanlagen bei Neubauten in Baden-Württemberg verpflichtend ist. Mein Onkel möchte sich ein neues Haus auf dem Lande errichten lassen. Er wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage pflichtgemäß einbauen.

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