Die deutsche Veranstalterbranche warnt vor wirtschaftlichen Problemen angesichts des Coronavirus und abgesagten Konzerten. Lothar Böhler ist Geschäftsführer von artmedia management & more. Das Unternehmen aus Bühl ist seit vielen Jahren Dienstleister in der Medien-, Entertainment- und Veranstaltungswirtschaft mit einem großen, zufriedenen Publikum und engen Kontakten zu Künstlern der Branche, angefangen von Andy Borg, über die Kastelruther Spatzen bis zu Stefan Mross.

Wir sprachen mit dem erfolgreichen Unternehmer und Bandmitglied der Feldberger über die aktuelle Situation.

Lieber Lothar, kannst Du die Sorgen der Branche teilen?

Nachdem die Medien in den letzten Wochen es geschafft haben, das Publikum teilweise durch einseitige und unsachliche Berichterstattung zu verunsichern, bleibt es natürlich nicht aus, dass man den Markt und somit die negativen Folgen, die evtl. auf die Branche zukommen werden, beobachtet. Wir haben aktuell keine Sorgen, sehen aber der Entwicklung mit wachsamem Auge entgegen.

Inwieweit können finanzielle Hilfen überhaupt greifen? Mit anderen Worten: Nach welchen Kriterien müsste entschieden werden?

Ich denke, darüber kann man im Moment noch gar nicht sprechen, da das Ausmaß noch gar nicht bekannt ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickelt und aus meiner Sicht, wie besonnen die Entscheider reagieren. Das schlimmste Szenario wäre, wenn Veranstaltungen pauschal abgesagt würden. Der Schaden wäre für die gesamte Branche immens. Wichtig wäre in einem solchen Fall, dass die Hilfen schnell greifen würden.

Dein Unternehmen artmedia plant Konzerte über Monate im voraus. Hat es bislang Rückfragen oder gar Stornierungen seitens bereits verkaufter Tickets gegeben, die über das Frühjahr hinaus gehen?

Nein, es gab nur lediglich Einzelanfragen für Ticketstornos für die kommenden Tage.

Du bist einerseits Veranstalter, andererseits als Mitglied der erfolgreichen Band „Die Feldberger“ Künstler. Wie erlebst Du die Situation bei den Konzerten?

Bei den Konzerten sind die Gäste total entspannt. Es macht mir den Eindruck, dass die Besucher froh sind, mal rauszukommen und wieder was Positives zu erleben. Sie genießen die Stunden um abzuschalten und rauszukommen aus der dauerhaften medialen Negativberieselung.

Mit einer Online-Petition versuchen einige Veranstalter aktuell, die Politik auf sich aufmerksam zu machen. Lothar Böhler unterstützt die Aktion.

Ihr startet heute mit Eurer Tour. Ist das mutig, oder ein „Augen zu und durch“?

Ich denke weder noch. Aus meiner Sicht haben wir Konzerte geplant, die wir teilweise mehr als ein Jahr im Voraus geplant haben. Die Gäste haben Tickets gekauft oder geschenkt bekommen und freuen sich seit langer Zeit auf ihr Highlight. Ich sehe es – nicht nur aus rechtlicher Sicht sondern auch aus moralischer Verantwortung -, dass wir den Gästen gerade jetzt Entertainment bieten und das Publikum unterhalten, so dass sie mit Glücksgefühlen nach Hause gehen.

Was rätst Du Konzertfreunden, die sich auf künftige Events freuen?

Meine große Bitte ist, dass sie sich nicht dem negativen teilweise künstlich inszenierten Medienhype anschließen, sondern dass sie sich genau eben auf die Konzerte freuen sollen. Noch wichtiger wäre aber, dass die Medien ihrer Pflicht nachkommen und ordentlich Bericht erstatten und nicht weiterhin versuchen, das Volk zu verunsichern. Panik machen ist aus meiner Sicht gerade in dieser Zeit der schlechteste Ratgeber.

Zu den Veranstaltungen von artmedia >>>

One thought on “Veranstaltungen nicht pauschal absagen”

  1. Ich finde das unsere Verantwortlichen nicht im klaren sind was Sie da Veranstalten, sie lassen Schulbehörden entscheiden was sie tun, Kinder dürfen bei Sturm zu Hause bleiben oder in die Schule gehen! Das ist doch ein Witz so auch bei der Cornoakrise einige Messen werden abgesagt, andere werden durch geführt wieder lässt der Vater Staat die Veranstalter im Stich dass kann es doch nicht sein!
    Milliarden werden wie z.B. gestern in Kriegsgebiete frei gegeben, die aber selbst Schuld sind und nie mit dem Krieg aufhören werden, Flüchtlinge werden aufgenommen und ermutigt dass wir noch viel freie Plätze hätten, da spielt der Crona-Virus keine Rolle!
    Deutschland kann sich selbst nicht helfen wenn wir einmal solche Probleme bekommen!

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