Liefersituation von Ibuprofen bleibt angespannt

Liefersituation von Ibuprofen bleibt angespannt

17. August 2018 0 Von Redaktion

In deutschen Apotheken wird die Liefersituation von Ibuprofen vorerst angespannt bleiben. Das erklärten am Donnerstag Experten von Apotheker- und Ärzteorganisationen, der Pharmaverbände und dem Großhandelsverband Phago. Es werde allerdings zu keinem Versorgungsengpass kommen, heißt es weiter. Die Vizepräsidentin des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg, Tatjana Zambo, sagte jedoch gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“, es sei derzeit unmöglich, alle Wirkstoffstärken von Ibuprofen von sämtlichen Herstellern vorrätig zu haben.

Nachfrage gestiegen

Von den insgesamt sechs Produzenten weltweit steht seit dem 3. Juni eine Anlage in den USA aufgrund technischer Probleme still. Zudem sei die Anwendung von Ibuprofen insgesamt gestiegen. Fällt nur eine Produktionsstätte aus, hat das Auswirkungen auf den gesamten Markt.

Der Produzent Sanofi erhalte weiterhin den Wirkstoff, allerdings sei die Ware knapp, heißt es. Ratiopharm bestätigte auf Nachfrage von „apotheke adhoc“, man könne bestimmte Wirkstärken des Antirheumatikums Ibuprofen nicht liefern. Lieferengpässe seien nicht ausgeschlossen. Experten erwarten erst 2012 eine Entspannung. Dann will BASF eine neue Produktionsstätte in Ludwigshafen in Betrieb nehmen.

Ibuprofen 600 mg rezeptpflichtig

Unterdessen kritisiert die spanische Verbraucherorganisation OCU den fehlerhaften Umgang mit Ibuprofen. Das Präparat mit der Wirkstärke „600 mg“ dürfe nur auf Rezept weitergegeben werden. Bei einem Test in Spanien verkauften 100 Apotheken Ibuprofen 600 allerdings ohne ärztliche Anordnung. Auch die Krankengeschichte des Patienten sei nicht erfragt worden. Mediziner weisen darauf hin, dass die tägliche Wirkstoffmenge von 1.200 mg nicht überschritten werden dürfe. Zudem sollte das Präparat nur kurzzeitig eingenommen werden.

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