Giovanni Zarrella wird Moderator beim ZDF und wird ab Herbst 2021 das neue Gesicht der Samstagabend-Unterhaltung. Die Meldung hat, nicht zuletzt, viele Schlagerfans überrascht. Hinter den Kulissen der Branche war die Entscheidung zumindest absehbar. Und sie ist eine logische Konsequenz für den Bereich Show der Mainzer.

Ob Giovanni Zarrella tatsächlich als „Nachfolger“ von Carmen Nebel gehandelt werden darf und soll wird in diesen Tagen heftig diskutiert. Die Frage ist allerdings zweitrangig. Das ZDF hat keinen Nachfolger oder gar Ersatz für die charmante und vor allem beim älteren Publikum beliebte Moderatorin gesucht. Damit würde man der 64-Jährigen nicht einmal ansatzweise gerecht werden.

Virtuelles Wohligkeitsgefühl

Carmen Nebel ist bis heute die Grande Dame der großen Samstagabend-Sendungen im ZDF. Eine Institution, welche die Live-Shows des Senders maßgeblich geprägt hat. Charmant, seriös und vorhersehbar, stets perfekt vorbereitet, ihren Gästen und den Zuschauern gleichermaßen ein Wohligkeitsgefühl vermittelnd. Ein wenig virtuelle Showtreppe hier, ein wenig besonderes Format dort – fertig war das funktionierende Rezept musikalischen Entertainments.

Dass dieses Konzept allmählich einstaubte, ist kein Geheimnis. Vor Jahren übernahm Erfolgsproduzent Stefan Pössnicker die musikalische Leitung der Sendung. Er brachte neue Gesichter, hauchte der Sendung „Willkommen bei Carmen Nebel“ ein Update ein. Doch die Institution Nebel blieb. Mit allen Charaktereigenschaften, die sie mitbrachte, auf die sie vertraute und an die sich, nicht zuletzt, „ihr“ Publikum gewöhnt hatte.

Das Format großer Shows wird sie auch weiterhin präsentieren. Das passt zu ihr, das nimmt man ihr ab. Einen Kontrapunkt zum vergleichsweise jugendlichen Florian Silbereisen mit seinen Schlager-Motto-Shows in der ARD zu setzen, das vermochte nicht einmal der musikalisch erfahrene Pössnicker.

Frischer Zeitgeist und Feingefühl

Insofern ist Giovanni Zarrella kein „Nachfolger“. Mit ihm beginnt das ZDF eine neue Ära der Unterhaltung.

Bild: SWR

Zarrella wurde in den vergangenen Monaten dazu regelrecht getestet. In verschiedenen Formaten, von der ARD bis zu den dritten Programmen, trat der ehemalige, im Format „Popstars“ bei RTL II gecastete Brosis-Sänger nicht nur als Solist auf. Giovanni Zarrella war Quiz-Teilnehmer, Interviewgast, Experte und, während der Corona-Zeit, sogar Moderator einer Musikshow im SWR.

Der 42-Jährige überzeugte durch Schlagfertigkeit, Unterhaltungswert und frischem Zeitgeist, stets gepaart mit dem nötigen Feingefühl, es allen – KollegInnen und Publikum – recht zu machen. Das kann er, der gebürtige Schwabe mit italienischen Wurzeln.

Chance nutzen

Genau das sind auch die Werte, mit denen er sich in die Herzen des ZDF-Publikums moderieren wird. Der Mainzer Sender setzt auf Verjüngung im Bereich Unterhaltung. Giovanni Zarrella besitzt die Fähigkeit, die Stammzuschauer auf dieser Reise mitzunehmen. Diese Chance sollte er nutzen.

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