G.G. Anderson hat das Gassenhauer-Gen

G.G. Anderson hat das Gassenhauer-Gen

17. August 2018 0 Von Redaktion

Mit seinem neuen Album „Summerlove“ knüpft G.G. Anderson an seine bisherigen Erfolge an. In den insgesamt 13 Titeln verschmelzen Dance-Beats, Pop-Sounds und klassische Schlagerelemente zu einer rhythmischen, gefühlvollen Einheit. Thematisch beschäftigt sich der ewige Sonnyboy des deutschen Schlagers in erster Linie mit Liebe, Herzschmerz und Sehnsucht. Mit dieser Materie kennt er sich sehr gut aus – ist er doch ein bekennender Romantiker. Wir sprachen mit ihm über Hitpotential und Teamarbeit.

Radio Farbenspiel:

„Summerlove“ ist der Titel Deines neuen Albums. Bist Du ein bekennendes „Sommerkind“?

G.G. Anderson:

Auf jeden Fall, ich bin eigentlich immer in Sommerstimmung. Wenn es nach mir ginge, müsste es keinen Winter geben. Ich mag das Meer, ich mag den Strand, ich mag es, in der Sonne zu liegen. Ich glaube, das drückt sich auch in meinen Liedern aus, gerade auf dem aktuellen Album „Summerlove“ sind wirklich sehr viele, schöne Meeres-, Strand- und Urlaubsgeschichten.

Radio Farbenspiel:

Die Titel haben allesamt Hitpotential. Hast Du dafür ein Gespür, oder passt Du Dich auch den Wünschen der Schlagerfans an?

G.G. Anderson:

Na ja, anpassen ist immer blöd, man sollte schon sein eigenes Ding machen. Ich habe natürlich in meiner langen Karriere auch mal Pop-Schlager gemacht, wenn man nur mal an die Zeiten von „Mädchen, Mädchen“ denkt. Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Aber, ich merke, wenn ich auf die Bühne gehe, dass das Publikum schon den G.G. Anderson mit Titeln, wie „Sommernacht in Rom“ oder „Sommer, Sonne, Cabrio“ liebt. Für das neue Album haben wir uns also mit einem neuen Team zusammengesetzt. Zu diesem gehörten Gerd Jakobs, Bernd Schütz, Steffen Jürgens und Michael Fischer. Aus dem anfänglichen Brainstorming sind, glaube ich, wirklich schöne Sachen entstanden.

Radio Farbenspiel:

Du bist einerseits Sänger, andererseits Komponist für viele bekannte, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler. Was macht mehr Spaß: Die Arbeit vor, oder hinter den Kulissen?

G.G. Anderson:

Dieses Gefühl, wenn Du auf die Bühne gehst, ist schon unbeschreiblich. Ich erinnere mich an die Waldbühne in Berlin, 25.000 Menschen, dann ruft der Moderator nur „G…!“, und alle stimmen ein und ergänzen „… G. Anderson!!!“, das ist schon Wahnsinn, da bekommst Du Gänsehaut. Wenn dann noch alle Menschen Deine Hits mitsingen, sogar die jungen Fans, die in den 80ern noch ein erotischer Gedanke ihrer Eltern waren, dann kann man das mit nichts vergleichen. Natürlich ist es auch schön, wenn ein Song entsteht, wenn man mit großartigen Künstlern zusammenarbeitet und für sie schreibt. Ich denke nur an Weltstar Tony Christie. Ein Mann mit einer Weltklasse-Stimme, und der singt dann einen Song aus Deiner Feder. Das ist schon großartig.

Radio Farbenspiel:

Auf Deinem Album „Summerlove“ ist auch ein Titel von Bernd Clüver: „Sag‘ noch einmal, ich liebe Dich“. Wie kam es dazu, und was verbindet Dich mit Bernd?

G.G. Anderson:

Bernd war ein sehr guter Freund von mir, und ein toller Kollege. Er ist leider viel zu früh verstorben. Dieses Lied musste ich immer auflegen, wenn ich mit Papa und Mama zuhause gesessen habe. Das habe ich sehr gern gemacht, sie haben mitgesungen und mitgeschunkelt, es hat ihnen sehr gefallen. Irgendwann fragte dann meine Mama, ob ich den Song nicht selbst mal aufnehmen könnte. Ich erwiderte, ich wisse nicht, ob ich das so gut hinkriegen würde, wie Bernd. Aber ich könnte es mal probieren. Dann habe ich mir das Original-Playback besorgt und habe Bernds zweite Stimme einfach drauf gelassen. Die Hauptstimme habe ich dann gesungen. Ich muss sagen, egal wo ich diesen Song spiele, holen die Menschen, vor allem die Mädels, die Taschentücher raus.

Radio Farbenspiel:

Auf Deinem neuen Album sind eigentlich nur Hits. Gib‘ mal einen Tipp: Wie schreibt man einen Hit?

G.G. Anderson:

(lacht) Ja, ja… wenn man das wüsste. Aber Du hast nicht ganz Unrecht. Die Fachwelt hat mir attestiert, so viele A-Seiten oder Hits hätte ich noch nie auf einem einzigen Album gehabt. Als wir das bei der Plattenfirma abgehört haben, gab es wirklich Probleme, eine Singleauskopplung zu finden. Ich glaube, dass ich eine Art Gassenhauer-Gen in mir habe. Schon damals, als ich Schlagzeuger war, habe ich immer die Songs gemocht, die man leicht mitsingen konnte. „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ von den Beatles, oder auch „Pretty Woman“, oder die Songs von Elvis Presley. Später ging es dann weiter mit den entsprechenden Schlagervorlieben.

Als ich dann mit 16, 17 Jahren angefangen habe, zu komponieren, habe ich festgestellt, dass ich das auch lernen und umsetzen konnte. Und irgendwann hat sich das ausgezahlt, dann kamen Hits, auch die Welthits für Engelbert, für Audrey Landers, oder Laura Branigan. Das macht einen schon sehr stolz. Aber: Ich will mir die Erfolgsfedern nicht alleine anheften. Ich habe mein ganzes Leben immer im Team gearbeitet, und darüber bin ich sehr glücklich und es macht unheimlich Spaß, gemeinsam kreativ zu sein. (Bild: g-g-anderson.de/Manfred Esser)

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