Kommentar

[24.10.2021] Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans unterstützt das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die “epidemische Lage” in Deutschland Ende November zu beenden. Eine hohe Impfquote sei der Weg für die Bundesländer, sich Freiheiten zurückzuerobern, sagte Hans gegenüber der “Bild am Sonntag”. Gleichzeitig müssten die Bundesländer auch nach dem Ende des Ausnahmezustands die Möglichkeit haben, Maßnahmen zu beschließen. Für diese Möglichkeit fehlt allerdings eine gesetzliche Grundlage.

Personalmangel in Kliniken

Intensivmediziner sprachen am Freitag, mit Blick auf das Ende der epidemischen Lage, unterdessen von einem “falschen Signal”. Der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Christian Karagiannidis, erklärte im Deutschlandfunk, man gebe dadurch Kontrollmöglichkeiten aus der Hand. Die Intensivmediziner warnten jedoch nicht wegen der Gefährlichkeit des Virus. Es fehlten vielmehr Betten und Personal. Eine Situation, die nicht dem gesellschaftlichen Verhalten, sondern einzig und allein einem seit Jahren verkorksten Gesundheitssystem anzulasten ist.

Beim Friseur gilt die Testpflicht, in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens die 3-G-Regelung, manchmal sogar 2-G. Selbst nach einer Impfung bleibe das Restrisiko einer Anstreckung – entweder bei sich selbst oder bei anderen, so heißt es seitens der Politik und der Medizin. Von einheitlichen Regeln in Sachen Pandemie-Bewältigung ist nicht nur Deutschland weit entfernt.

Schlagerboom – jetzt erst recht

Dann, am Samstagabend, der “Schlagerboom 2021”, live aus der Dortmunder Westfalenhalle. Florian Silbereisen begrüßt das Who-is-Who der deutschsprachigen Schlagerszene vor 9.000 Menschen. Im Publikum: Kein Abstand, kein Mundschutz, man feiert, liegt sich in den Armen, startet zur Polonaise als wenn nie etwas gewesen wäre. Das Erste wird nicht müde, die Information einzublenden, dass die Show unter den Corona-Maßgaben des Landes Nordrhein-Westfalen stattfinden würde. Das bedeutet: Es galt die 2-G-Regel – jeder in der Halle musste geimpft oder genesen sein.

Doch das ist, glaubt man den Mahnern und Warnern in dieser Pandemie, keinesfalls ein Freibrief für “jetzt erst recht”. Oder doch? Sehr viele Zuschauerinnen und Zuschauer kritisierten in sozialen Medien noch am Samstagabend die Show. Jeder, der das Pandemie-Geschehen und die Impfappelle nur ansatzweise kritisch hinterfragt, wird auf fehlende, weil nicht mehr vorhandene, Antworten stoßen und offiziell Gesehenes auf die Vernunft oder Unvernunft des eigenen Handels übertragen.

Ein Florian Silbereisen, der nicht müde wird, immer wieder den Eindruck zu vermitteln, alles sei vorbei, wirkt nicht nur aufgesetzt und unglaubwürdig. Er hat all denjenigen, welche sich weiterhin eisern für den Sinn der Corona-Maßnahmen und Einschränkungen einsetzen in Wirklichkeit einen Bärendienst erwiesen. (Bild: Das Erste)

3 thoughts on “Silbereisen und Das Erste: Ende der Corona-Pandemie?”

  1. Hallo,
    nachdem ja erwiesen ist dass die Impfwirkung nach spätestens 6 Monaten

    nicht mehr vorhanden ist, wird es spannend
    ob die Veranstaltung zum Spreater wird.

  2. Die Veranstaltung in der Form durchzuführen war unverantwortlich. Wie soll man da die Pandemie in den Griff bekommen? Ein zeitnaher Test, Mundschutz und Abstand müßten vorgeschrieben werden, wenn man denn soviele Menschen zusammenkommen läßt .Alles andere ist wie schon gesagt – verantwortungslos.

  3. Unglaublich, was da abging.Das ist mit den momentan steigenden Infektionszahlen aber überhaupt nicht vereinbar, es war unverantwortlich und wird sich garantiert rächen.

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