[30.03.2021] In der Woche nach Ostern sollen den rund 50.000 Hausarztpraxen in Deutschland zunächst etwa eine Million Corona-Impfdosen zur Verfügung gestellt werden. Darauf haben sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten in der Bund-Länder-Konferenz mit der Kanzlerin am 19. März geeinigt. Jetzt liegen die Vorgaben zur Impfstoff-Beschaffung vor.

Projekt Impfstoff-Beschaffung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels e.V. (PHAGRO) haben, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit, ein Organisationsmodell entwickelt. Dieses soll die Impfstoffbestellungen der Arztpraxen sowie die Belieferung durch die Apotheken sicherstellen.

Das Konzept könnte die Hausärztinnen und Hausärzte vor enorme Probleme stellen. Denn wer glaubt, dass die Praxen automatisch beliefert werden, irrt gewaltig. Die Mediziner sind verpflichtet, ihre Corona-Impfstoffe, die in der Anfangsphase aus einer Zusatzlieferung des Herstellers Biontech/Pfizer stammen, selbst zu beschaffen. Der Bestellweg ist kompliziert und an Termine geknüpft.

Bestellweg mit Hindernissen

Die Impfstoff-Bestellungen, so die Vorgabe, müssen die Ärzte an eine Apotheke richten, und zwar bis spätestens dienstags um 12 Uhr für die darauffolgende Woche. Das bedeutet, dass mit dem heutigen Tag die Bestellungen für den Impfstart nach Ostern erfolgt sein müssten.

Die Apotheken wiederum müssen die eingegangenen Bestellungen der Praxen am selben Tag bis 15 Uhr an die Hauptgroßhändler weitergeben. Damit ist der Bestellprozess noch immer nicht beendet. Der Großhändler seinerseits muss die Impfstoffe dann entweder beim pharmazeutischen Unternehmer oder über ein Verteilzentrum ordern.

Apotheken als Schnittstelle

Aktuell ist die Bestellmenge pro Praxis auf 18 bis 50 Impfdosen pro Woche begrenzt. Wenn der der Großhändler den Apotheken meldet, dass weniger Impfdosen als bestellt geliefert werden können, muss die Apotheke die ärztlichen Bestellungen gleichmäßig kürzen. Eine Rückmeldung an die Arztpraxen, wie viele der bestellten Impfdosen geliefert werden können, soll spätestens bis Donnerstag der Bestellwoche durch die Apotheken erfolgen.

Spielraum bei der Priorisierung

Hinsichtlich der Impfreihenfolge sind die Hausärzte aufgerufen, zunächst sogenannte “vulnerable” Menschen zu impfen. Grundlage bildet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, allerdings haben die Ärztinnen und Ärzte einen gewissen Spielraum in der Wahl der zu Impfenden. (Bild: pixabay.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.