[31.10.2021] Die Bundesärztekammer fordert Änderungen bei der Finanzierung von Kliniken. Krankenhäuser seien keine Industriebetriebe, und Ärzte und Patienten keine Glieder einer Wertschöpfungskette, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt der dpa. Am Montag und Dienstag findet in Berlin der 125. Deutsche Ärztetag statt.

Mit gebotener Sorgfalt und Zuwendung

Reinhardt sprach sich für ein Vergütungssystem aus, “das nicht ausschließlich auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichtet ist”. Es müsse den Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Patientinnen und Patienten “mit der gebotenen Sorgfalt und Zuwendung zu versorgen”. Das bisherige Konzept von Klinik-Geschäftsführungen, mit möglichst wenig Personal möglichst viele Fälle in möglichst kurzer Zeit zu behandeln, wollten sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal nicht mehr mitmachen, erklärte der Ärztepräsident weiter.

Raus aus Fallpauschalen

Vielmehr müsse sich die Vergütung der Krankenhäuser nach dem tatsächlichen Versorgungsbedarf richten. Dazu gehöre auch die Einpreisung von Vorhaltekosten, “etwa für Notsituationen wie die aktuelle Pandemie, so Reinhardt. Dazu müssten alle direkt in der Patientenversorgung beteiligten Mitarbeiter aus der Finanzierung der Fallpauschalen herausgenommen und gesondert von den Krankenkassen finanziert werden.

Einheitliche gesetzliche Regelungen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt forderte darüber hinaus einheitliche, gesetzliche Regelungen für “alle Akteure”, “gerade für branchenfremde Investoren”. Die möglichen Koalitionspartner SPD, Grüne und FDP hatten angekündigt, das Finanzierungssystem der Kliniken über Pauschalen für Behandlungsfälle weiterzuentwickeln. (Bild: pixabay.com)

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