Balearen bereiten sich auf Flüchtlinge der „Aquarius“ vor

Balearen bereiten sich auf Flüchtlinge der „Aquarius“ vor

12. Juni 2018 0 Von Redaktion

Nachdem die italienischen Behörden die Häfen des Landes für das Rettungsschiff „Aquarius“ weiter gesperrt haben, sollen die 629 Migranten an Bord nach Spanien gebracht werden. Zur Unterstützung des völlig überlasteten Schiffes sollen rund 500 Flüchtlinge von zwei italienischen Schiffen aufgenommen werden, welche dann die „Aquarius“ nach Valencia begleiten. Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranée warnten unterdessen vor der mehrtägigen Fahrt und wiesen auf die körperliche Verfassung und das schlechter werdende Wetter hin.

Balearen erwarten bis zu 30 Flüchtlinge der „Aquarius“

Unterdessen erklärte die balearische Sozialministerin Fina Santiago, Mallorca und die Nachbarinseln seien bereit, 15 bis 30 Personen aufzunehmen. Wann die Migranten eintreffen würden, sei noch unklar, man werde mit sämtlichen Organisationen und der Zentralregierung in Madrid „maximal zusammenarbeiten“. Am Morgen berichteten spanische Medien, die „Aquarius“ könne auch Palma anlaufen.

Humanitäre Katastrophe verhindern

Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Montag bekannt gegeben, man wolle die Flüchtlinge aufnehmen, „um eine humanitäre Katastrophe“ zu verhindern. Das Schiff befindet sich seit mehreren Tagen auf offener See, da es zwischen Italien und Malta Streit um die Genehmigung zum Anlegen gibt.

Die Vorräte auf der „Aquarius“ sind begrenzt, zudem drohen Krankheiten, es wird medizinische Hilfe benötigt. „Wir sind nicht darauf ausgerichtet, Geflüchtete mehrere Tage an Bord zu versorgen. Vier Tage waren das längste, was wir mal machen mussten“, sagte eine Sprecherin von SOS Méditerranée in Berlin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Die 629 Migranten waren im Laufe des vergangenen Samstags bei verschiedenen Rettungsaktionen von SOS Mediterranée an Bord geholt worden. Unter den Geretteten befinden sich, laut Organisation, 123 Minderjährige, elf Kleinkinder sowie sieben Schwangere. (Bild: SOS MedGermany)

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